Heringskönig

Gerd, der alte Fischer,
Mit Ziege und Bernhardiner,
Die Ziege kriegt'n Blatt Salat
Der Hund paar kalte Wiener,
Zieht er durch die Straßen
Der Heringsstadt Kappeln
Und die Kinder schrie'n: He! Döskopp!
Hest Du wedder wat to sabbeln!?

Und im Wasser der Schlei zieh'n die Heringe
Schleiauf um für Nachwuchs zu sorgen.
Gerd möchte jung sein, auf Heringsfang gehn,
Durch die Nacht bis zum frühen Morgen.

Gerd, der alte Fischer,
Sein Boot liegt längst kieloben:
Zuhause ist's ihm kalt und leer,
Sein Netz ist spinnverwoben.
Und wenn er nachts im Schleikrug sitzt,
Erzählt er sich Geschichten
Von früher, und der Kröger meent:
Gerd iss weddermol an' dichten!

Und an Kappeln vorbei ziehn die Heringe,
Hoch in die Zäune der Fischer.
Wenn er mitkönnt zum Fang mit Ziege und Hund,
Würd' er Heringskönig, Gerd ist sich sicher.

Gerd der Heringskönig,
Mit Ziege und Bernhardiner,
Die Ziege kriegt'n Blatt Salat
Der Hund paar kalte Wiener,
Zieht er über'n Marktplatz
Der Heringsstadt Kappeln
Auf die Schleiwiesen 'raus
Und spricht lange und leis mit den Pappeln.