Ketschupblues

Ich liebe eine Ketschupfrau,
Doch sie, sie weiß es nicht genau.
Sie arbeitet am Imbißstand,
An dem's mich täglich übermannt.
Ich bestelle und sie nennt den Preis,
Das Bratfett brät und mir wird heiß.
Ich leg im Traum sie in ein Bett.
Sie legt mein Würstchen in ihr Fett.
Und frag ich: Du? Mein Würstchen, brät's?
Lächelt sie und fragt: Wie geht's?

Es ging mir gut! Ich war gesund,
käm nicht ihr Mann oft her mit Hund.
Die Ketschupfrau brät wie 'ne Wurst,
Denn ihr Ehemann stillt nichts als seinen Durst.
Sein Köter bellt mich böse weg.
Meine Currywurst fällt mir in den Dreck.
Ich bestelle plötzlich auch ein Bier.
Der Ehemann fragt: Wozu bist Du hier?

Die Bratwurstlady windet sich,
Denn sie sucht und findet's Ketschup nich.
Alle Currywürste sind verhunzt,
Denn das Bratwurstfett ist längst verdunst'.
Und der Ehemann ist völlig zu,
Er fragt mich steif: How do you do?
Nur die Cola in der Dose lauscht,
Wie draußen laut das Leben rauscht.

Die Ketschupfrau schnalzt mit dem Mund,
Denn ihr Ehemann salzt seinen Hund.
Der gesalzene Hund fällt in den Dreck,
Meine Currywurst bellt ihn böse weg.
Wenn Curry und Chayenne in Bö'n,
Die Einkaufsstraße niedermäh'n,
Wenn der Wind die halbe Stadt würzt,
Ist die Currybude umgestürzt.

Wenn das Bratfett sich versteift,
Weil's den Umsturz nicht begreift,
Wenn kein Mensch mehr aufrecht steht,
Und die Bratfrau fragt: wie's geht,
Kommt die Feuerwehr an und spült
Alles weg, was mich aufwühlt:
Paprika, Cayenne, Kakao,
Den Mann, die Wurst, den Hund, die Frau
Und ich geh voll innrem Brand,
Den Weg zum nächsten Imbißstand.

 

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